Umbau Softail

Hallo Gentlepeople,

mit dem Umbau meiner Harley Davidson im Januar 2014 ist es glaube ich an der Zeit auch mal wieder eine neue, komplette Seite in meinem Blog zu eröffnen.

Die Slim habe ich mir gekauft mit dem festen Entschluss die Maschine durchaus sehr lange fahren zu wollen – Motor und Basis sind einfach zu perfekt. Zudem denke ich, ist die Zeit der klassischen Harley Motoren (und damit meine ich die rein Luftgekühlten) auch bald vorbei und das die 1,7.ltr Twincam eines Tages als das letzte seiner Art gelten wird. Die neuen Harley Modelle leben es ja schon vor – es wird nicht mehr ohne Flüssigkeitskühlung gehen.

Nur als Erinnerung – so habe ich sie Anfang 2013 gekauft:

Slim 1 HDR

Zurück zum Thema. Das ich die Kiste sehr lange behalten will, muss ja nicht heißen, das ich sie unverändert im Originalzustand lassen möchte – im Gegenteil. Wie gesagt bietet Rahmen und Motor eine großartige Basis um alle Arten von Harley daraus bauen zu können.

Schon beim Kauf hatte ich vor im Winter ´13/´14 das Heck umzugestalten – es sollte auf jedenfall rotziger werden, mit Anleihen an die 50er und 60er Jahre wo der Begriff „chopping“ aufgekommen ist. Die Jungs damals haben nichts mehr gemacht, als die vorhandene Basis zu nutzen – HighEnd Teile wie heute waren nicht vorhanden, also bauten Sie die großen, massiven Fender und Verkleidungen ab oder schnitten Sie kürzer – „chopp“ also. ( http://de.wikipedia.org/wiki/Chopper_(Motorrad) ). Diese Grundidee wollte ich in der Slim fortführen – also vorhandene Teile 1:1 verwenden und möglichst wenig am Material verändern.

Der Eingriff erfordert dann doch jedoch etwas mehr Planung und auch mehr handwerkliches KnowHow, da ich zugegebener Weise nicht wie die Vorgänger in den 50er Jahren wild an meiner neuen Harley rumschweißen wollte.

Daher kam es wie gerufen das ich meinen alten Freund Sebastian Meyer auf einer Hochzeit wieder getroffen habe. Sebastian hat genau wie ich auch eine Vergangenheit mit Motorrädern, im Gegensatz zu mir auch eine passende berufliche Entwicklung genommen – er ist Werkzeugmacher bei einem großen Mindener Unternehmen und in der Planung und Konzipierung von Werkzeugen erfahren.

Für meinen Umbau konnte ich Ihn sofort begeistern – auch weil wir über diesen die Möglichkeit hätten wieder mehr Zeit miteinander zu verbringen! Tolle Basis, schon jetzt.

Am 03.01.2014 war es dann soweit – der erste Abend in der Werkstatt. Die grobe Planung hatte ich ja im Kopf, wie immer – nun musste ich Sebastian nicht lange erklären worum es ging, er hatte von Anfang an das gleiche Verständnis.

Der erste Tag würde nur für das Auseinanderbauen der Harley draufgehen und dem anschließenden Vermaßen der Teile – um auf dessen Basis eine Zeichnung, ein CAD Modell zu erstellen.

Hier kann man schon recht deutlich den Unterschied zwischen der originalen Heckpartie und der zukünfigen erkennen – wie gesagt, Maßgabe ist und war, die originalen Teile nicht zu verändern:

IMG_3194  IMG_3197

 

Da Heck selber soll eine deutlich rotzigere Linie bekommen – hier die Ergebnisse die dies bestätigen:

IMG_3221 IMG_3226

IMG_3231 IMG_3222

 

Bei der Position des mitschwingenden Fenders passen die alten Löcher perfekt als neue Aufnahmen für die zu konstruierenden Trägerteile.  Auf Basis dieses ersten Kopfkinos wird die Harley nun von Sebastian vermessen und die erste Zeichnung angefertigt:

IMG_3241 IMG_3216

IMG_3237 IMG_3224

 

Wider meiner Erwartungen waren die Teile für den mitschwingenden Fender nicht die Aufwändigen – was eher Arbeit bedeutet war die neue Trägerkonstruktion für den Sattel. Meine Vorgabe war, den Sattel so niedrig wie möglich zu positionieren – „notfalls“ auch ohne zusätzliche Federung, ist ja schließlich kein Starrahmen.

Die erste echte Herausforderung war die Elektrik. Um Höhe und damit Platz zu gewinnen habe ich mir vor einiger Zeit bereits eine Vollbleibatterie gekauft (http://lacour.bike/2013/09/19/maechtig-gewaltig/ ). Diesen zusätzlichen Platz werde ich benötigen um das Motorsteuergerät über der Batterie platzieren zu können – hier die beiden Batterieunterschiede:

IMG_3232 IMG_20140104_183325

Die gewonnene Höhe ist ähnlich einer Zigarettenschachtel – ausreichend für das Steuergerät… hierzu mache ich noch ein paar Bilder bei der nächsten Gelegenheit, immer noch sau-eng da unter dem Sattel.

Als Sebastian nach getaner „Mess“Arbeit mit seinen Hausaufgaben wieder weg war, habe ich mir Gedanken um den nächsten Teil des Umbaus gemacht – die Auspuffanlage. Wie bei Harley üblich sind die Dinger versetzt und ewig lang – so gar nicht nach meinem Geschmack.

Die J&H mussten also gekürzt werden – wie sollte es auch sein, war auch hier am Auspuff ein Stellmotor.

IMG_20140104_171827

 

Im Harley Forum habe ich mir dann allerdings noch einmal meine Meinung bestätigen lassen, das dieser Motor keine relevanz mehr haben kann… durch das neue Mapping und aufspielen der Screamin´Eagle Racingsoftware waren alle Steuerelemente des originalen Managements deaktiviert.

Also kurzerhand die J&H Endschalldämpfer abgebaut um die Rohre dann nach dem Stellmotor abzuflexen – da lachte mich schon das nächste Teil an was im Auspuff steckte – der scheiß Kat.

IMG_20140104_180522

 

Zu diesen Dingern meinten die Kollegen aus dem Forum nur, das sie den Klang zum positiven beeinflussen würden… ohne wären sie nur laut. Leider bin ich durch meine alten Vance & Hines „verwöhnt“ was brachialen Klang angeht – dieser fehlte mir sogar irgenwie bei der Slim. Also auch raus mit den Dingern 🙂

So nahm die Entwicklung der „neuen“ Auspuffanlage doch wie geplant seinen Verlauf – auch hier schon ein deutlich rotzigeres Bild von der Optik meiner Meinung nach:

IMG-20140104-WA0001 IMG_20140104_184415

IMG-20140104-WA0005

 

Was ja nun gar nicht mehr passte, war die alte Halterung der Endtöpfe… hier habe ich auch erst einmal 15 Minuten vorgestanden und überlegt wie ich das am Besten mache. Ich habe mit gegen Schweißen und für Schrauben entschieden – mit der alten Halterung, bzw. dessen Fragmenten.

Die Streben des oberen Endtopfes würden noch gehen – hier musste ich nur eine Aussparung für die Anschlüsse der Bowdenzüge machen. Die unteren Halterungen habe ich abgetrennt und separat am Topf befestigt, dann ein Loch hinein gebohrt und konnte sie somit an der unteren, originalen Strebe verschrauben.

IMG_20140104_193532 IMG_20140104_221844

IMG_20140104_224318

 

Der Lohn der Mühe eines vollständigen Abends in der Werkstatt waren die Töpfe in der für mich perfekten Position – parallel und bündig auf Höhe der Hinterradachse!

IMG-20140104-WA0010

 

Update (09.01.14)

Gestern nach Hause gekommen und siehe da – meine Teile von Eightball-Custom waren angekommen.

Aus dem Satz „…Schatz, ich bringe die Sachen mal kurz in die Werkstatt“ wurde dann ein Schrauberabend der bis kurz vor 0:00 Uhr geendet hat 😀

Ich konnte es nicht sein lassen, die großartigen Griffe dich ich mir tagsüber in Hamburg gekauft hatte und die Blinker von Eightball zu montieren. Die Sache mit den Blinkern hatte ja wieder was mit meinem Element zu tun – Drähte, Strom und Löten…

Hier ein Bild vom OP-Tisch gestern Abend – das Gesamtergebnis muss ich noch abwarten, da ich keine Zoll-Muttern für die Rückspiegel habe, an denen die Blinker unten befestigt werden:

IMG_20140108_223531

 

Update (10.01.2014)

So, heute habe ich die Griffe, Blinker und neue Rückspiegel montieren können. Die Rückspiegel waren eigentlich ein Zufallsprodukt – denn eigentlich wollte ich bei Ride-Inn nur ein paar zöllige Schrauben kaufen… aber dann sind es doch komplette Rückspiegel geworden. Der Hintergrund ist, das die Zubehörspiegel ein Gewinde haben und keine Gewindestange – damit war ich flexibler bei der Anbringung der Blinker.

Hier das Ergebnis:

IMG_3281 IMG_3276

Als nächstes habe ich den Auspuff mit Hitzeband ummantelt – war das eine scheiß Arbeit… eigentlich nix für meine Ungeduld – aber das Ergebnis war die Mühe wert… wirkt gleich wesentlich aggressiver das Ganze:

IMG_3271 IMG_3278 IMG_3280

 

Update (18.01.14)

So, gestern Abend habe ich wieder ein paar Kleinigkeiten „optimiert“. Die etwas größere Operation war die Anpassung des Genscher V2 Kennzeichenhalters. Dieser passte aufgrund seiner ausladenden Optik nicht mehr zu meinem geplanten Heck. Der Halter musste in meinen Augen deutlich weiter an das Hinterrad heranrücken – und etwas tiefer kommen.

Ich habe lange überlegt, wie ich mit der Strebe umgehen soll, die dem Ganzen zusätzliche Stabilität verleiht. Nach einiger Zeit war mir klar, das ich eigentlich auf das Ding verzichten kann – die Aufnahme der Kennzeichen-Trägerplatte würde ja aufgrund der Anpassung nicht mehr sehr weit aussen verlaufen, sondern eher im hinteren Drittel – und damit würde die Platte auch ohne die Strebe die nötige Festigkeit erreichen.

Als ich mit der Anpassung (eigentlich nur 3 Löcher die ich neu bohren musste) fertig war, gab mir das Ergebnis Recht – sehr stabil alles. Die Schrauben habe ich mit rotem Loctite gesichert… was soll da passieren?

IMG_3286 IMG_3283

IMG_3284 IMG_3288

Zudem noch eine Optimierung der Hitzebänder am Auspuff – da die Schelle wie oben bereits geschrieben nur 50% des Wickelbandes abdeckt, habe ich mich für die klassische Befestigung entschieden – mit Draht.

IMG_3296

Auch für die Griffe habe ich eine Lösung gefunden – wobei mich hier der Preisunterschied zu original Harley mal wieder schockiert hat… HD Original für 129,00EUR oder Zubehör für 39,00EUR. Ich habe mich für die Zubehör Variante entschieden:

IMG_3290

 

Update 23.02.14

Zugegebener Weise sind wir auch hier etwas dem Zeitrahmen hinter her, aber manche Dinge gehen einfach vor… Arbeit zum Beispiel, ob man will oder nicht.

Aber, in kleinen Schritten nähern wir uns der Finalisierung von den Konstruktionszeichnungen. Die lassen erahnen wie der Heckumbau umgesetzt wird – die nachfolgenden Impressionen sind allerdings noch aus der frühen Beta und werden aktuell noch an einigen Stellen überarbeitet:

1 3 4 2

 

Zudem hatte ich das erste mal die Möglichkeit den Fender aufzusetzen nachdem ich die Auspuffanlage gekürzt hatte – Optisch liegt es immer noch 100% auf Linie muss ich sagen. Der Umbau bzw. die Anpassung der J&H ist definitiv notwendig gewesen um die Heckpartie insgesamt aggressiver zu halten.

IMG_20140222_182957

 

Wahrscheinlich kann ich nächstes Wochenende wieder mit neuen, hoffentlich finalisierten Konstruktionszeichnungen glänzen.

Update 25.02.2014

Also, ich muss ja wirklich immer wieder feststellen das manche Menschen wirklich was können… ich meine wirklich. Was Sebastian hier aus unseren Überlegungen gemacht hat mit den nachfolgenden, detaillierten CAD-Modellen hat mich echt umgehauen – so gut und professionell hatte ich das nicht erwartet. Alles was wir besprochen hatten ist 1:1 umgesetzt – ich kann die Fertigstellung der Werkteile kaum erwarten!

4 5

3 1

2

 

Man kann hier sehr genau erkennen wie der Fender auf der Schwinge mit den Werkstücken „angeflanscht“ werden soll – dazu werden wie bereits im Vorfeld beschrieben die vorhandenen Löcher des Fenders benutzt….

Update 05.03.14

Hier nun die finale Konstruktion, jetzt auch mit Aufnahmen für die Kellermann Rückleuchten und einigen kleinen Designoptimierungen. Jetzt geht es in den kommenden 1-2 Wochen in die Produktion für den Master.

Halterung_final1 Halterung_final

Halterung_final2

 

 

Update 23.03.14

Wir sind aktuell immer noch auf der Suche nach Partnern für die Umsetzung der Konstruktion… der Weg über Kumpels und Bekannte hat sich (wieder mal) als nicht gut herausgestellt – es dauert ewig bis man einen Antwort bekommt und die Erfahrung zeigt, das dies dann auch Ewig weiter verzögert wird. Ich hatte die Hoffnung den ersten Prototypen für günstig Geld zu bekommen… um etwaige Fehler in der Konstruktion nicht gleich mit teuer Lehrgeld bezahlen zu müssen.

Aktuell schreiben wir aber professionelle Firmen in der Region an – ich rechne immer noch mit einer Fertigstellung des Prototypen in den nächsten 14 Tagen.

Update 03.01.2015

Was ein Witz: „ich rechne immer noch mit einer Fertigstellung des Prototypen in den nächsten 14 Tagen.“ … aus meinem vorherigen Post der letzte Satz. Leider ist die Eigenkonstruktion zu 99% gescheitert – schlicht zu kompliziert in der Herstellung.

Aber nun ja, dann halt mit „Standardmitteln“ weiter machen. Der Umbau auf mitschwingenden Fender soll nun umgesetzt werden, bis Ende Februar will ich das Projekt durch haben. So richtig Oldschool soll´s werden – inkl. der entsprechenden Reifen etc..

Mittlerweile habe ich mich von meiner J&H Anlage getrennt, die ständige, manuelle Eingriffe nach jedem Anlassen erforderte um die Tüten wieder auf zu machen – ging mir ziemlich auf die Nerven. Auf der diesjährigen Custombike habe ich mir eine Penzl gekauft – diese wird Ende Januar zu Ride-Inn geliefert.

Im Vorfeld (auch auf der Custombike gesehen) habe ich bereits einen Sattel inkl. Befestigungskit bei Thunderbike bezogen – dies entsprach als einer der ersten Kits meinen Anforderungen nach tiefer Sitzposition und einem wirklich stylischem Sattel!

Hier der aktuelle Stand der Dinge:

2014-12-30 20.13.08 2014-12-30 20.13.21

IMG-20141230-WA0007

 

@Daniel: hier noch einmal die Seitenansicht im Detail

2015-01-08 20.21.23 2015-01-08 20.21.37

 

 

Sooo, der alternative Fender ist da – ein etwas „tieferer“, der den Reifen zu über 50% verdeckt. Zudem habe ich die Tiefe mit dem Thunderbike-Sattel schon ganz gut getroffen… meine Überlegungen die ganze Kiste noch tiefer zu legen sind damit fast passé.

2015-01-11 18.37.33

2015-01-11 18.38.00

Die Kellermann-Elemente werde ich mir unter den Sattel setzen – damit bleibt das Heck schön sauber… dazu habe ich mir erstmal Halterungen gebastelt aus normalen Baumarktwinkeln. Wenn die trocken vom lackieren sind brauche ich noch die Gummilagerungen – die sind mir beim demontieren nämlich auseinandergefallen.

2015-01-11 18.20.17 2015-01-11 18.20.05

 

Update 31.01.

Da ich die Fender nun doch (leider) an die Schwinge befestigen muss, habe ich diese Arbeit einem Profi überlassen – http://www.ride-inn.net/  Ich denke die bekommen eine WIG Schweißnaht auch so hin, das man sie nicht endlos schleifen und spachtel muss um nachher immer noch Angst um die Stabilität zu haben.

Zudem bot sich die Arbeit dort an, da Ride Inn auch für die in Schottland abgelaufenen Reifen verantwortlich war – ich wollte zwingend auf AVON umsteigen. Leider sind die nur als 140er lieferbar wie sich nach der Bestellung rausstellte und der Fender für die originalen 150er gekauft wurde. Ride Inn musste den Fender dadurch noch einmal etwas schmaler machen – spätestens da wäre ich am Ende gewesen.

Hier die ersten Bilder aus der Löhner Werkstatt von Frank Schmiedekamp:

IMG-20150127-WA0003-s IMG-20150127-WA0004-s

IMG-20150127-WA0002-s

Update 04.02.15

So, heute die Karre von RideInn wieder abgeholt – eine wirklich gute Arbeit von Marco was das Heck angeht… derartig sauber gemacht, man sieht keine Naht!

Die Penzl passt auch wie erwartet deutlich besser als die alte J&H, die Töpfe wirken „stimmiger“ und dem alten Style der Kiste entgegenkommender…

Heute mal in die Werkstatt und das Heck wieder abgebaut, dann kann das Blech morgen zum Lackierer 🙂

2015-02-04 16.41.05-s

2015-02-04 16.40.42-s

23.03.15

Hier nun das endgültige Resultat nach dem Winterumbau – die Slim noch weiter auf Oldschool umgebaut, mit schwingendem Fender und jeweils vorne und hinten 140er AVON Reifen… steht der Slim gut wie ich finde…

IMG_5177-s IMG_5201-s

IMG_5181-s IMG_5181-s

IMG_5186-s IMG_5187-s

95 Responses to Umbau Softail

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.